NEAT-Herzstück: Gotthard- und Ceneri-Basistunnel | 20.02.2014

Die NEAT mit dem Gotthard- und Ceneri-Basistunnel ist das grösste Umweltschutzprojekt Europas, weil der effiziente Nord-Süd-Transport von Gütern die Alpenwelt schützen wird.

NEAT, Christian Vetsch im Ceneri-Basistunnel

    Am 20. Februar 1994 haben die Schweizer Ja zur Alpeninitiative gesagt. Bis 2018 soll der Schwerverkehr auf den Alpen-Transitachsen auf 650’000 LKW-Fahrten pro Jahr reduziert werden. Unter anderem mit der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale. Die NEAT mit dem Gotthard- und Ceneri-Basistunnel ist das grösste Umweltschutzprojekt Europas, weil der effiziente Nord-Süd-Transport von Gütern die Alpenwelt schützen wird.

    Die Alpen sind das grösste Hindernis für Personen und Güter im inner-europäischen Verkehr. Wirtschaftlich und ökologisch tragbare sowie schnelle Transportwege durch die Alpen sind nur mit Eisenbahn-Tunnels möglich, die sehr hohe Investitionen erfordern. Rund 24 Milliarden Franken wird die Neue Eisenbahn-Alpentransversale NEAT kosten, schätzen Fachleute.

    Herzstück der NEAT: Gotthard- und Ceneri-Basistunnel

    Herzstück der NEAT sind der Gotthard- und der Ceneri-Basistunnel. Durch sie führt die neue Bahnverbindung ohne Steigungen mitten durch die Alpen, der höchste Punkt liegt mit 550 m ü. M. auf der Höhe der Stadt Bern. Die Steigungen und Kurvenradien dieser  Flachbahn sind nicht grösser und enger als im Flachland.

    Mit den beiden Basis-Tunnels wird die Nord-Süd-Strecke verkürzt, die Maximalgeschwindigkeiten werden höher und topographiebedingte Umstellungen von Zugkompositionen überflüssig. Auf der Gotthard-Achse können Güterzüge mit 4000 statt «nur» 2000 Tonnen mit 160 Stundenkilometern Geschwindigkeit verkehren, was den Nord-Süd-Transport von Gütern auf der Schiene effizienter und damit ökologischer macht.

    2020 fahren 210’000 LKW weniger durch die Schweizer Alpen

    Mit der Verlagerungspolitik der Alpeninitiative wurde die Zahl der Lastwagen, welche die Schweizer Alpen überqueren, seit 2000 schon um 200’000 auf «nur» noch 1,2 Millionen LKW reduziert. Die NEAT und der damit verbundene Kombinierte Verkehr mit Vier-Meter-Korridor werden die Alpentäler noch stärker vom Güterschwerverkehr entlasten.

    Beim Kombinierten Verkehr mit Vier-Meter-Korridor können zwischen Basel und Chiasso LKW-Sattelauflieger mit 4 Meter Eckhöhe auf speziellen Niederflur-Güterzügen transportiert werden. Schon im Jahr 2020 werden durch NEAT und Vier-Meter-Korridor 210’000 Lastwagen weniger als heute durch die Schweizer Alpen fahren, während der Kombinierte Verkehr um 250’000 Einheiten wächst.

    Tests im Gotthard-Basistunnel mit bis zu 220 km/h Geschwindigkeit

    Heute schon laufen im Gotthard-Basistunnel auf einer 13 Kilometer langen Teilstrecke erste Tests mit bis zu 220 km/h Geschwindigkeit. Erprobt wird das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Abläufe, Systeme und Anlagen wie Fahrbahn, Fahrleitung, Stromversorgung, Tunnel-Leittechnik, Zugsicherung sowie Sicherheit und innerbetriebliche Kommunikation.

    Der Versuchsbetrieb findet unter der Leitung der AlpTransit Gotthard AG statt, welche das  Lokpersonal und Rollmaterial dazu bei den SBB mietet. Parallel dazu wird der Einbau der Bahntechnik in den übrigen Abschnitten des Gotthard-Basistunnels weitergeführt.

    Autor: HMQ AG

    Foto: HMQ AG